20 Jahre Mauerfall: Deutschland wächst endlich zusammen. Repräsentative Umfrage zum Tag der Deutschen Einheit
Hamburg, 02.10.09
Die Annäherung zwischen Ost und West verlief holprig. Doch nun haben die meisten Deutschen die viel zitierte „Mauer in den Köpfen“ überwunden. Eine große Mehrheit fühlt sich den Landsleuten aus dem anderen Teil Deutschlands „deutlich näher als noch vor zehn Jahren“. Dieser Ansicht sind 81 Prozent der Ostdeutschen und 85 Prozent der Westdeutschen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Resuma unter 2010 Deutschen.
20 Jahre nach dem Mauerfall ziehen die meisten Deutschen eine positive Bilanz. 83 Prozent der Westdeutschen und 88 Prozent der Ostdeutschen befürworten ein vereinigtes Deutschland. Die Mehrheit zog persönlichen Nutzen aus der Wiedervereinigung: Zwei Drittel der Ostdeutschen und 59 Prozent der Westdeutschen geben in der Resuma-Umfrage an, sie hätten von der Einheit profitiert. Die „allgemeine Lebenssituation“ hat sich seit dem Mauerfall für lediglich ein Fünftel der Menschen in Ost und West verschlechtert, für knapp die Hälfte hingegen verbessert. „Die Wiedervereinigung bedeutete für die Bürger erhebliche finanzielle Belastungen“, konstatiert Resuma-Geschäftsführerin Ulrike Pagel. „Umso bemerkenswerter ist das sehr positive Image der deutschen Einheit“.
Mit manchen Dingen allerdings sind die Deutschen unzufriedener als vor 20 Jahren. Die ökonomische Lage des Landes etwa habe sich verschlechtert, meinen 53 Prozent der Befragten im Westen und 45 Prozent im Osten. Mit der Lage der Familien ist knapp die Hälfte der Menschen weniger zufrieden als vor dem Fall der Mauer. Auch das Thema Innere Sicherheit sehen viele kritisch: Im Westen meint jeder Dritte, die Sicherheitslage hätte sich in den vergangenen 20 Jahren verschlechtert, im Osten sind es gar 42 Prozent.
Unzufrieden sind viele mit dem Solidaritätszuschlag. Die neue Bundesregierung sollte den 5,5-Prozent-Aufschlag auf die Einkommenssteuer abschaffen, fordern 82 Prozent der Westdeutschen und 49 Prozent der Ostdeutschen. Nur jeder siebte Westler ist für die Beibehaltung des „Soli“. Beim Thema Bildung gehen die Meinungen in beiden Teilen Deutschlands auseinander. Zwar ist sowohl im Westen als auch im Osten knapp die Hälfte der Meinung, die Chancen auf gute Bildung hätten sich seit dem Mauerfall nicht verändert. Im Osten glaubt jedoch immerhin ein Drittel, die Bildungs-Möglichkeiten hätten sich verbessert, im Westen findet das nur ein Fünftel der Menschen.
Den Zustand der Umwelt hingegen beurteilt eine Mehrheit der Landsleute positiv. Mehr als die Hälfte der Deutschen im Westen und im Osten meint, um die Umwelt wäre es heute besser bestellt als früher. Auch das Image Deutschlands im Ausland hat sich nach Ansicht der Deutschen in den letzten 20 Jahren verbessert; nur jeder zwanzigste Bürger meint der Resuma-Umfrage zufolge, das Image habe sich verschlechtert.
Die Deutschen blicken hoffnungsvoll in die Zukunft. Die Hälfte der Landsleute in Ost und in West erwartet, dass sich ihre persönliche Situation verbessern wird; nur jeweils ein Fünftel meint, sie werde sich verschlechtern. „So viel Euphorie wie vor 20 Jahren beim Fall der Mauer herrscht zwar nicht“, sagt Resuma-Geschäftsführerin Ulrike Pagel. „Aber die Deutschen sind großteils optimistisch“.
Alle Daten der Resuma-Studie „20 Jahre Mauerfall“ sind zur kostenfreien Nutzung für die Medien freigegeben.
Über die Resuma GmbH: Resuma ist das Hamburger Label für Marktforschung und Strategie-Beratung. Institut für Markt-, Meinungs- und Sozialforschung mit Sitz in Hamburg Resuma forscht national und international, mit privaten und geschäftlichen Zielgruppen und mittels aller klassischen und neuen Datenerhebungsmethoden: telefonisch, schriftlich, persönlich und online. Mission/Selbstverständnis: Wir liefern Informationen, die die Managemententscheidungen unserer Kunden auf eine solide Grundlage stellen. Dies leisten wir durch unsere Forschungsarbeit und unsere Resümees, die Entscheidern strategische Handlungsempfehlungen auf Basis aktueller Umfragedaten bereitstellen.
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