Exklusive Umfrage zu Halloween: Deutsche feiern Halloween bereits wie heimisches Volksfest. Neue Studie belegt rasanten Siegeszug der amerikanischen Tradition.

Hamburg, 29.10.09

Exklusive Umfrage zu Halloween: Deutsche feiern Halloween bereits wie heimisches Volksfest. Neue Studie belegt rasanten Siegeszug der amerikanischen Tradition.

Das amerikanische Allerheiligen-Fest Halloween hat die Herzen der Deutschen rasant erobert. Obwohl es hierzulande erst seit den 90-er Jahren gefeiert wird, hat die Mehrheit ihre Vorbehalte gegen das fremde Brauchtum bereits abgelegt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Resuma unter 1.005 Bürgern zwischen 16 und 80 Jahren.

Lediglich jeder zwanzigste Deutsche hält Halloween, das am kommenden Samstag gefeiert wird, für überflüssig oder fühlt sich belästigt. Ein Drittel der Bürger findet das Fest am Vorabend von Allerheiligen hingegen „gut“. Ebenso viele planen, dieses Jahr auf eine Halloween-Party gehen, und ein weiteres Fünftel könnte sich noch spontan am Wochenende für eine Halloween-Party begeistern. 40 Prozent meinen der Resuma- Studie zufolge, Halloween sei besonders für Kinder bzw. Familien interessant. Ganz besonders großen Zuspruch findet die Feier bei Jugendlichen: 85 Prozent der jungen Leute freuen sich auf Halloween; sie sind mit dem bis vor kurzem noch fremden Brauch aufgewachsen.

Die Vorfreude variiert je nach Bundesland. Die größte Akzeptanz findet Halloween im Rheinland; in den Karnevalsregionen haben zwei von drei Bürgern eine gute Meinung von dem Fest. Die Ostdeutschen hingegen fremdeln der Resuma-Umfrage zufolge mit der amerikanischen Tradition. Dort bewerten lediglich 16 Prozent (Sachsen- Anhalt) bis 22 Prozent (Sachsen) Halloween als positiv.

„Trotz ihrer positiven Meinung haben die Deutschen keine sehr romantische Auffassung davon, wie es zum Aufschwung des Festes hierzulande gekommen ist“, resümiert Ulrike Pagel, Geschäftsführerin des Marktforschungsinstituts Resuma. Halloween sei eine „kommerzielle Erfindung des Handels“, meinen zwei Drittel der Befragten in der Resuma-Studie. Lediglich ein Fünftel glaubt, Deutschland habe das amerikanische Brauchtum einfach deswegen importiert, weil es sympathisch sei.

Halloween, eine Zusammenfassung des englischen Begriffs „All Hallows’ Even“ (auf deutsch: „Allerheiligenabend“), wurde ursprünglich zu Anfang des 19. Jahrhunderts von ausgewanderten Iren nach Amerika gebracht. Doch die Deutschen reizt nicht nur die Tradition des Festes. Für viele ist Halloween der Resuma-Studie zufolge ein Anlass für gruselige Dekorationen (33 %) oder Verkleidungen (34 %). Für 6 % ist es ein willkommener Freibrief zum Leuteerschrecken - und für 3 % gar ein „Termin zur Geistervertreibung“.

Jene, die am Samstag eine Party besuchen wollen, planen zumeist entsprechende Kostümierungen: Vor allem Vampire, Hexen und Gespenster werden der Umfrage zufolge auf diesjährigen Halloween-Feiern zu sehen sein. Der Grusel stößt nur bei wenigen auf Abneigung: Lediglich jeder Zehnte hält den Halloween-Leitspruch „Süßes, sonst Saures“ (Englisch: „trick or treat“), mit dem Verkleidete Leckereien „erpressen“ wollen, für „unsympathisch“, „unchristlich“ oder gar „gefährlich“.

Eine Konkurrenz zum traditionellen deutschen Karneval ist das amerikanische Kostümfest aber vorerst nicht. Lediglich drei Prozent der Deutschen ist Halloween wichtiger als Fasching/Karneval/Fastnacht. Jeder vierte Deutsche sieht den Kultur-Import aber als Ergänzung – für sie ist Halloween „Karneval im Herbst“.

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